Rede des Vorstandes der Mitteldeutschen Flughafen AG anlässlich der Eröffnung der Start- und Landebahn Süd am Flughafen Leipzig/Halle am 05. Juli 2007


 

Sehr geehrter Herr Bundesminister Tiefensee, sehr geehrte Herren Ministerpräsidenten Prof. Milbradt und Prof. Böhmer, sehr geehrte Exzellenzen, Eminenzen, Abgeordnete von Landtag, Bundestag und vom Europäischen Parlament, lieber Carsten Spohr, Peter Kruse, Herr Reinboth, hochgeschätzte Festversammlung, verehrte Nutzer, Förderer und Gestalter des Flughafens Leipzig/Halle, liebe Gäste und Mitarbeiter,

der Begrüßung von Herrn Malitzke füge ich den nicht minder herzlichen Gruß von Vorstand und Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Flughafen AG hinzu.

Wir alle sind zusammengekommen, um ein bemerkenswertes Kunststück zu vollbringen:
Wir verwandeln eine passive Immobilie heute in eine aktive, quicklebendige Mobilie.

Zauberei? – Keineswegs!

Denn wir tun nichts anderes, als der Mobilität unseres Wirtschaftsraums zu ihrer bestmöglichen produktiven Entfaltung zu verhelfen:
Darin liegt die Bestimmung der neuen Start-/Landebahn Süd in Leipzig/Halle. Sie setzt etwas in Bewegung. Sie vollendet ein Konzept…zum Nutzen Mitteldeutschlands, seiner Wirtschaft und der Menschen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mithin ein bedeutungsvoller Vorgang.

Die Vollendung des Projektes ist einerseits Ziel und Ergebnis eines visionären Gestaltungswillens unserer Gesellschafter: – in den Regierungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt, wie auch bei den beteiligten Städten und Kommunen.
Dort überall gilt die Devise: Die Region wird fit gemacht für die Zukunft. Was zu allererst heißt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Und diese setzen bei der Infrastruktur an, denn Mobilität und Vernetzung sind die Basis jeglicher wirtschaftlicher Aktivität – Das ist kein billiges Unterfangen!
Aber: Weitsicht ist auch keine risikolose Tugend; sie setzt Mut voraus. Unsere Gesellschafter haben beides – Weitsicht und Mut. Gott sei Dank.

Unsere Entwicklung als Mitteldeutsche Flughafen AG wird überall aufmerksam verfolgt, und man unterstützt uns lebhaft im Wahrnehmen von Chancen im Luftverkehr. Das schätzen wir sehr.

Andererseits ist die neue Bahn Ziel und Ergebnis fleißiger und solider Planung…
…wie auch gewissenhafter Ausführung der Arbeiten durch viele Frauen und Männer in den Verwaltungen, den beteiligten Bauunternehmen, den Technikfirmen und den Konzernunternehmen der Mitteldeutschen Flughafen AG.

Allen Beteiligten spreche ich meinen herzlichen Dank aus. Darin schließe ich ganz besonders unsere Ministerpräsidenten und meinen Amtsvorgänger Volkmar Stein ein, für die dieses Projekt ein Anliegen mit Vorrang gewesen ist und die es in Bewegung gesetzt haben. Der heutige Tag lässt nun viele Anstrengungen vergessen.

Meine Damen und Herren: Bauwerke sprechen für ihre Zeit und den Geist, aus dem sie geschaffen worden sind.
Mitteldeutschland ist mir deshalb sympathisch, weil man auf militärischen Ruhm niemals sonderlich erpicht war. Und man war auch nicht sonderlich erfolgreich im Gewinnen von Schlachten.

August der Starke beispielsweise blieb meist lieber seinem Grundsatz treu, Bosheit mit Wohltat zu vergelten. Wie etwa durch seine »Tafelrunde der Antisobristen«.
Wohltat zu verbreiten, hat ihn viel weiter gebracht und manchen reich beglückt.

Aus diesen und anderen Gründen gibt es viele wunderbare steinerne Zeugen guter und geistvoller Zeiten hierzulande, die – wenn sie nicht den Krieg überdauerten – heute wieder restauriert, liebevoll gepflegt oder gar wiederaufgebaut werden: Frauenkirche und barocke Prachtbauten in Dresden. Bürgerhäuser oder das majestätische Reichsgericht in Leipzig – die baulichen Bezüge zu Bach und Händel in Leipzig und Halle. Oder betrachten Sie das Bauhaus in Dessau…
Es ist schon so: Bauwerke sprechen für diese Region, deren Stärken immer schon im Ideenreichtum großartiger Köpfe gelegen haben.

Es würde mich freuen, wenn diese Start-/Landebahn in diesem Sinne ihre eigenen Zeichen setzen wird: als ein horizontal ausgerichtetes Bauwerk mit vertikalen Ambitionen – nämlich Aufschwung und Wachstum zu ermöglichen. Das ist ihre Bestimmung. Die Römer haben Aquädukte gebaut, die auch noch nach 2000 Jahren von großartiger Infrastruktur und hoher Lebenskultur künden. Ganz so hoch haben wir beim Bau dieser Bahn natürlich nicht gegriffen.

Aber wir denken schon hinaus über die heutzutage meist kurzfristigen Quartalszeiträume unternehmerischen Handelns. Verkehrsbauwerke, wie das nunmehr voll leistungsfähige Start- und Landebahnsystem des Flughafens Leipzig/Halle, sind nicht im Geist kurzfristiger Renditeerwägungen geplant und gebaut worden.

Wir wollen vielmehr noch in 20, 50 oder durchaus auch 100 Jahren mit diesem Flughafen den Unternehmen der Wirtschaft Anschlüsse an die Märkte der Welt bieten, dafür sorgen,

  • dass die Regale in den Geschäften mit attraktiven Waren gefüllt
  • und nützliche Dinge durch die hier ansässigen Logistik-Unternehmen an die Haustüren geliefert werden,
  • Menschen zur Erholung verreisen und Manager zu Geschäftsabschlüssen fliegen können und Aufträge hereinholen, die Arbeit schaffen.

Es ist also ein Bauwerk mit Bestand für das 21. Jahrhundert!

Die Vollendung dieses Ausbauschrittes, die wir heute feiern, schafft auch die Voraussetzung für das gigantische Engagement der Deutschen Post World Net an diesem Schnittpunkt der Verkehre. DHL wird hier recht bald ihr drittes Welt-Drehkreuz für ihre Expressdienste in Betrieb nehmen – nach Wilmington in den USA und Hongkong. Der Countdown läuft nach Plan.

Und wir alle freuen uns auf die dadurch ebenfalls starke Präsenz der Lufthansa Cargo AG, die mehrere ihrer Großraumfrachter mit der Eröffnung dieses Hubs in Leipzig stationieren wird.

Und so verkünden wir heute in alle Richtungen der Kompassrose mit Stolz: Deutschland hat mit dem heutigen Tag einen weiteren kompletten, hoch leistungsfähigen Verkehrsknoten von Straße, Schiene und Luft.

Er besitzt alle Vorzüge, die man sich nur wünschen kann – er ist im Herzen der EU geografisch und strategisch günstig positioniert und technisch vollkommen ausgestattet. 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr!

Deshalb ergeht heute von Leipzig/Halle aus die Einladung an alle Airlines, die Logistikbranche und die Touristikunternehmen: Nehmen Sie ihre Chancen wahr, kommen Sie zu uns, hier können Sie sich entfalten! Und zwar in jeder Hinsicht. Wir haben engagierte Menschen, Raum, Slots und viele Ideen für Sie!

Mit dem Verbund von Leipzig/Halle und Dresden, wo ebenfalls die Start-/Landebahn erneuert wird, verfügt Mitteldeutschland von diesem Jahr an über ein sehr attraktives Flughafensystem. Es hat Ausstrahlung weit über die Einzugsgebiete beider Ballungsräume hinaus.

Wir sind einer der Gewinner der Globalisierung.

Der neuen Südbahn des Flughafens Leipzig/Halle wünsche ich – nach gutem Fliegerbrauch – »many happy landings« …und natürlich ebenso viele take-offs.

Vielen Dank!

Es gilt das gesprochene Wort.