Feierliche Inbetriebnahme der neuen Start- und Landebahn am Flughafen Dresden


 

Grußwort Markus Kopp
Vorstand, Mitteldeutsche Flughafen AG
6. September 2007

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Prof. Milbradt, Herr Superintendent Nollau, Herr Dekan Ullmann, Herr Hermsen,
geschätzte Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft und dem diplomatischen Corps, aus dem kulturellen Leben und den Medien der Landeshauptstadt wie auch des Freistaates Sachsen und von Sachsen-Anhalt,
lieber Herr Stein, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen der Mitteldeutschen Flughafen AG, meine sehr geehrten Damen, meine Herren,

Sie alle kennen den Satz: »Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.« – Erich Kästner, der große Dresdner, wird mit diesem Bonmot immer wieder gerne zitiert.
Ich mag dieses Sprichwort auch sehr gern. Zumal es alles umschließt, was uns beim heutigen Anlass bewegt:

  • Den Vorsatz beispielsweise, die Luftverkehrsanbindung Dresdens nach dem neuesten Stand der Technik auszustatten, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern und auf höchstem Sicherheitsniveau zu erhalten. Ohne Zweifel: eine gute Sache.
  • Oder die Entschlossenheit, mit der unsere Aktionäre sowohl in Sachsen als auch in Sachsen-Anhalt die Sanierungs- und Ausbaupläne hier in Dresden unterstützt und zu ihrer Umsetzung beigetragen haben.
  • Ein großartiges Zusammenwirken im mitteldeutschen Raum!
  • Vor allem jedoch die Perspektive, allen Wirtschaftszweigen der Stadt und der Region ein Stück verbesserter, attraktiverer Infrastruktur zu übergeben…. Eine Infrastruktur, die Wachstum ermöglicht und Chancen erschließt.
  • Und schließlich die makellose und zeitgerechte Ausführung der Arbeiten durch alle am Projekt Beteiligten:
  • die Mitarbeiter und Führungskräfte der Bauunternehmen,
    die für die Ausrüstung mit den nautischen Einrichtungen zuständigen Firmen
    sowie die Deutsche Flugsicherung.
  • allen voran aber, diesen persönlichen Stolz möge man mir verzeihen, die Mitarbeiter des Flughafens Dresden, die in Arbeitsgruppen diese ambitionierte Aufgabe projektiert und termingerecht durchgezogen haben.
  • Alle Beteiligten haben also Gutes getan. Den Akteuren sei herzlich gedankt!

Es war, meine Damen und Herren, für viele schon ein irrwitziger Gedanke, neben eine alte Start- und Landebahn eine neue zu bauen und währenddessen den Flugbetrieb weiter aufrecht zu erhalten. Ganz sicher: Auch eingefleischte Flughafenkenner werden angesichts dieses Vorhabens ihre Zweifel gehabt haben.
Umso beeindruckender ist es, mit welcher Geschwindigkeit das Projekt realisiert worden ist. Vom Beginn der Planungen an hat es nur drei Jahre gedauert, bis wir heute gemeinsam die Eröffnung der neuen Bahn feiern können.

Warum, meine Damen und Herren, ist eine neue, eine längere Start- und Landebahn etwas Gutes für Mitteldeutschland?
Das 21. Jahrhundert wird gerne als das Jahrhundert der Netze bezeichnet. Unternehmen kooperieren über Ländergrenzen; Autos, Computer, Flugzeuge, …sogar große Brückenbauwerke entstehen in globaler Arbeitsteilung!
Wer – ich sage es einmal im übertragenen Sinn – in dieser Welt nicht »online« ist, der bleibt links liegen. Befragen Sie doch nur einmal die Unternehmen des Silicon Saxony! Nicht nur die virtuellen Netzwerke – auch das Netz des Luftverkehrs, der Autobahnen und Schienenwege sind für sie lebensnotwendig.

Der Grad des Zugangs zu diesen Netzen ist also mitentscheidend für die Zahl der Arbeitsplätze, das Volumen der Exportaufträge und letztlich damit auch für den Grad des Wohlstands eines Landes.
Natürlich: Ohne kluge Köpfe, ohne motivierte Menschen wird nichts gelingen. Aber es ist eben wichtig, optimale Bedingungen zu schaffen. Optimalen Zugang haben heißt aber: über optimale Infrastruktur verfügen. Sie hat, meine Damen und Herren, eine zentrale Bedeutung. Denn wie stellte der World Travel and Tourism Council in seiner Jahrtausendvision fest? – ich zitiere:
»Weil die Zahl der Reisenden unaufhaltsam steigt, wird klar, dass Fehlschläge bei der Erweiterung und Modernisierung der Infrastruktur vielleicht das größte Problem der Reise- und Tourismusbranche darstellen, wenn sie ihr Potenzial zur Förderung von Wohlstand und Arbeitsplätzen ausschöpfen will.«
Einen solchen Fehlschlag wollen sich Sachsen und Sachsen-Anhalt nicht gestatten. Deshalb investieren beide Länder in ihre Infrastruktur. Denn wenn die Infrastruktur Defizite aufweist, sinkt der Wert eines Standorts. Wie aktuell meine Feststellung ist, belegt ein Blick auf Asien. Alle Welt schaut heute dorthin. Warum, meinen Sie, entwickelt China eine höhere Dynamik als Indien?
Als früherer Lufthanseat habe ich mit eigenen Augen erlebt, dass China vor allem deswegen an Indien vorbeizieht, weil es schon immer großen Wert darauf gelegt hat, seine Infrastruktur attraktiv zu halten und konsequent auszubauen.

Es zeigt sich, wie wichtig es also ist, in die Zukunft und die Zukunftsfähigkeit eines Landes zu investieren. Wir dürfen im gesamtdeutschen Verbund als Region der Entwicklung nicht hinterherlaufen. Der Freistaat Bayern – der zweitschönste in Deutschland – hat 38 Jahre lang Zuschüsse aus dem Länderfinanzausgleich empfangen. Er hat sie gut genutzt. Heute zählt er zu den Spitzenregionen Deutschlands. Diese Chance ergreifen wir auch, denn wir wollen ebenfalls in ein oder zwei Jahrzehnten ganz oben mitspielen.
Das ist keine Illusion; das ist eine Vision – und zwar mit realer Perspektive: Schon heute hat Dresden eine niedrigere Arbeitslosenquote als etwa Gelsenkirchen.
Die Unternehmen der Mitteldeutschen Flughafen AG teilen die Perspektive einer dynamischen Region. Sie sehen ihre Leistung, wie auch die Qualität der von ihr bereitgestellten Infrastruktur, als ein wichtiges Element der Standortqualität Sachsens und Sachsen-Anhalts generell.
Und so geht nach dem Neubau der Start- und Landebahn und dem kürzlich fertig gestellten Neubau der zweiten Interkontinentalpiste am Flughafen Leipzig/Halle heute die dritte leistungsfähige Start- und Landebahn der Mitteldeutschen Flughafen AG in Betrieb.
Wie gut dieses System dieser drei Bahnen funktioniert, haben wir an den vier Wochenenden festgestellt, an denen der Flughafen Dresden komplett geschlossen war. Viele Flüge wurden nach Leipzig/Halle umgeleitet, die Dresdner Mitarbeiter halfen ihren Leipziger Kollegen aus.

Die Mitteldeutsche Flughafen AG hat sich als ein in Deutschland einmaliges, sehr nützliches und erfolgreiches Modell länderübergreifender Zusammenarbeit erwiesen. Dank sei den Vätern dieser Idee, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Herr Stein. Die Holding wirkt zum Wohle einer gesamten Region und sieht ihre Rolle auch im europäischen Verbund.
Denn die beiden Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden strahlen aus auf eine Region, die heute nachbarschaftliche Bereiche wie Niederschlesien und Nordböhmen durchaus mit einbezieht.
Das Europa der Union überwindet das Europa abgeschotteter Räume vergangener Epochen. Politisch und wirtschaftlich schreitet die Integration voran – mit einem gemeinsamen Markt und der Wiederentdeckung gemeinsamer Kulturräume.
Diese Entwicklung sieht die Mitteldeutsche Flughafen AG mit Freude. Unsere Infrastruktur ist offen für alle. Wir hoffen, dass dadurch noch mehr Menschen auf Sachsen fliegen werden …und natürlich auf dieser neuen Bahn landen.
Die Region hat es verdient, von Tag zu Tag attraktiver zu werden. Auf diesem Weg ist der 6. September 2007 ein weiteres Schlüsseldatum.
Ich wünsche dem neuen Bauwerk, dass es alle unsere Erwartungen erfüllt und zum Wohle von Stadt und Region wirkt.
So wie ein Portal im Internet steigende Nutzerzahlen erzeugt, möge die Dresdener Start- und Landebahn zu einem häufig besuchten Portal für Geschäftsreisende, Touristen und Frachtverlader im reellen Netz der europäischen Verkehrsnetze avancieren!
Dazu wünsche ich viel Glück und Erfolg!