FAQ

Den Flughafen Leipzig/Halle erreichen immer wieder Fragen zu Umweltthemen, beispielsweise zum Ablassen von Kraftstoffen während des Fluges.

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Fuel Dumping ist ein Treibstoffablassverfahren für Notfallsituationen.

Langstreckenflugzeuge sind durch ihre hohe Treibstoffkapazität bauartbedingt nicht in der Lage, vollgetankt zu landen. Durch die Leichtbauweise von Fahrwerk und Bremsen liegt bei diesen Flugzeugtypen das höchstzulässige Landegewicht deutlich unter dem höchstzulässigen Startgewicht.

Bei auftretenden technischen Problemen unmittelbar nach dem Start kann es notwendig sein, vor der Landung Treibstoff abzulassen, um das Gewicht zu reduzieren.

Für dieses Treibstoffablassverfahren, das so genannte Fuel-Dumping, ist eine Genehmigung durch die zuständige Flugsicherung notwendig. Diese weist der betroffenen Maschine einen gesonderten Luftraum für das Ablassverfahren zu.

Für ein Fuel Dumping ist eine Mindestflughöhe von 1.800 m über Grund vorgeschrieben.
Bei Einhaltung dieser Mindesthöhe ist es wegen der Verdampfung des abgelassenen Treibstoffes bei normalen Wetterbedingungen höchst unwahrscheinlich, dass am Boden Treibstoffreste nachgewiesen werden können. Dies wurde durch entsprechende Messungen bestätigt.

Fuel-Dumping ist

  • ausschließlich für Notfälle vorgesehen
  • wegen notwendiger technischer Einrichtungen nur bei Langstreckenflugzeugen möglich
  • pro 30.000 Starts deutschlandweit nur je einmal zu verzeichnen
  • im Raum Sachsen/Thüringen im letzten Jahr dreimal und in Sachsen-Anhalt kein einziges Mal vorgekommen.

Von Zeit zu Zeit beobachtete Dunstfahnen hinter landenden Flugzeugen sind auf kondensierende Luftfeuchtigkeit bei entsprechenden Wetterlagen zurückzuführen.

Zur aktuellen Bewertung hat das Umweltbundesamt (UBA) 2018/2019 im Auftrag der Umweltministerkonferenz eine Untersuchung zu Umfang und Auswirkungen von Treibstoffnotablässen auf Umwelt und Gesundheit, basierend auf neuesten wissenschaftlichen Grundlagen, vorgenommen. Der entsprechende UBA-Bericht „Treibstoffschnellablass aus Luftfahrzeugen: Wirkungen auf Umwelt und Gesundheit“ kann unter folgendem Link heruntergeladen werden.

Seit September 2018 werden die über dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland durchgeführten Fälle von Treibstoffnotablass durch das Luftfahrtbundesamt im Internet veröffentlicht. Außerdem sind auf dieser Internetseite unter FAQ auch weitergehende Informationen verfügbar.

Als Wirbelschleppen werden die zwei gegenläufigen Luftwirbel bezeichnet, die jedes Flugzeug auf seiner Flugbahn hinterlässt.

Die Luftwirbel entstehen, weil infolge des Druckunterschieds zwischen Unter- und Oberseite der Auftrieb erzeugenden Tragflächen an deren Enden eine Umströmung von unten nach oben erfolgt. Bei ausgefahrenen Landeklappen verstärkt sich die Intensität der hinter dem Flugzeug verbleibenden schlauchartigen Wirbel.

Im Normalfall lösen sich Wirbelschleppen rasch auf. Bei Windstille und hohen Temperaturen können sie jedoch lange genug stabil bleiben, um auch außerhalb des Flugplatzgeländes den Boden zu erreichen.

Unter Schubumkehr versteht man eine Methode, bei der durch Umlenken des Schubes entgegengesetzt zur eigenen Bewegungsrichtung ein Luftfahrzeug abgebremst wird.

Grundsätzlich liegt die Entscheidung über den Einsatz des Verfahrens beim Piloten, der diese unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten trifft.
Die Schubumkehr darf am Flughafen Leipzig/Halle nur unter Auflage eingesetzt werden. „Der Einsatz von Schubumkehr beim Landen der Luftfahrzeuge ist auf den Start- und Landebahnen nur aus Gründen der Flugsicherheit zulässig.“ Dies ist im Luftfahrthandbuch für den Standort Flughafen Leipzig/Halle veröffentlicht.

Eine „Geräuschimmissionsmessung zur Bewertung der Schubumkehr beim Landeanflug“ des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit wies für den Flughafen Leipzig/Halle in einer exemplarischen Nacht bei zwei von 32 Landevorgängen den deutlich hörbaren Einsatz der Schubumkehr nach.