Lärm­schutz

Verordnung zur Festsetzung der Lärmschutzbereiche

Mit Veröffentlichung im Sächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt am 14. Februar 2012 ist die Verordnung der Sächsischen Staatsregierung zur Festsetzung der Lärmschutzbereiche für die Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle am 15. Februar 2012 in Kraft getreten. Grundlage der Verordnung sind die bundesgesetzlichen Regelungen im Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm.

Für den Flughafen Leipzig/Halle setzt die Verordnung Lärmschutzbereiche für die im Freistaat Sachsen liegenden, an den Flughafen angrenzenden Gebiete fest. Die Lärmschutzbereiche werden unterschieden in zwei Tag-Schutzzonen, Tag-Schutzzone 1 und 2, und eine Nacht-Schutzzone. Die festgeschriebenen Schutzzonen liegen vollständig innerhalb des Nachtschutzgebietes, das die Landesdirektion im Juli 2009 neu festgelegt hat.

Auf der Grundlage dieser Schutzzonen erhalten die betroffenen Grundstückseigentümer einen Anspruch auf baulichen Schallschutz. Da das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm eine Meistbegünstigungs­klausel enthält, wird der Kreis der Anspruchsberechtigten durch die neue Verordnung im Verhältnis zu den Festlegungen, die durch die Landesdirektion erfolgt sind, nicht nachträglich eingeschränkt. Die ein größeres Gebiet umfassenden Regelungen der Landesdirektion bleiben damit in Kraft.

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Aus dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm i. V. m. der neuen Verordnung ergeben sich verschiedene Bauverbote. So dürfen in den Tag-Schutzzonen 1 und 2 und in der Nacht-Schutzzone beispielsweise Krankenhäuser und Altenheime nur gebaut werden, wenn bereits vor dem Inkrafttreten der Verordnung eine Baugenehmigung erteilt war oder - bezogen auf nicht genehmigungspflichtige Bauten - wenn mit deren Errichtung bis zu diesem Zeitpunkt hätte begonnen werden dürfen. Entsprechendes gilt in Bezug auf die Tag-Schutzzonen 1 und 2 für Kindergärten, Schulen und vergleichbare Einrichtungen und für Wohnungen, sofern sie in der Tag-Schutzzone 1 oder in der Nacht-Schutzzone liegen.

Wohnungen sind vom Verbot ausgenommen, wenn sie nach den Vorschriften des Baugesetzbuchs im sogenannten Außenbereich oder innerhalb der bebauten Ortsteile zulässig sind oder innerhalb eines vor dem 15. Februar 2012 durch Bebauungsplan ausgewiesenen Baugebietes liegen.

Das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm lässt darüber hinaus Ausnahmen im Einzelfall zu, allerdings nicht bei Wohnungen.

Beispielsweise kann für Kindergärten, Schulen, Altenheime, Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen im Einzelfall eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, wenn dies zur Versorgung der Bevölkerung oder sonst im öffentlichen Interesse dringend geboten ist. Weitere mögliche Ausnahmen ergeben sich unmittelbar aus dem Gesetz. Für die Ausnahmeentscheidung im Einzelfall ist die Landesdirektion zuständig.

Die über die Verordnung ausgewiesenen Schutzzonen bilden eine Grundlage dafür, dass der Einheitswert von Grundstücken ermäßigt und dadurch die Grundsteuerbelastung wegen ungewöhnlich starker Beeinträchtigung durch Lärm vermindert werden kann. Nach den Regelungen des Bundesfinanzministeriums kommen hierfür Grundstücke in der Einflug­schneise eines Flughafens in Betracht. Ausschlaggebend ist die Lage innerhalb eines nach dem genannten Gesetz festgelegten Lärmschutzbereichs. Ansprechpartner, bei dem auch die entsprechenden Anträge gestellt werden können, ist das jeweils örtlich zuständige Finanzamt.

Das Kartenwerk, in dem die neuen Schutzzonen sowie die Grundstücksgrenzen eingetragen sind, wird den betroffenen Gemeinden im Maßstab 1:5000 zur Verfügung gestellt.
Im Internet steht es für jedermann zum Herunterladen bereit.

Aus Anlass des Inkrafttretens der Verordnung zur Festsetzung der Lärmschutzbereiche für die Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle weist die Landesdirektion Leipzig nochmals darauf hin, dass Ansprüche auf baulichen Schallschutz, die auf den Festsetzungen der Lan­desdirektion Leipzig (Planfeststellungsbeschluss vom 04. November 2004, zuletzt geändert am 17. Juli 2009) beruhen, bis zum 31. Dezember 2012 bei der Flughafen Leipzig/Halle GmbH geltend gemacht werden müssen. Ab dem 01. Januar 2013 lassen sich entsprechende Anträge nur noch auf die flächenmäßig kleineren Schutzzonen aus der Verordnung stützen (Quelle: Landesdirektion Leipzig).

Schallschutz

Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH ist bestrebt, die Belastungen der Anwohner durch Fluglärm zu verringern. Dazu werden im Rahmen der rechtlichen, technischen und verkehrlichen Möglichkeiten umfangreiche Maßnahmen durchgeführt.

Für die Entwicklung eines Frachtdrehkreuzes wurde ein besonderes Maßnahmenpaket erstellt. Dieses soll den Nachtschlaf der Anwohner in der Umgebung des Airports bestmöglich schützen. Das Paket umfasst sowohl Maßnahmen des aktiven als auch des passiven Schallschutzes.

Aktiver Schallschutz ist die Reduzierung des Lärms an der Quelle sowie auf dem Ausbreitungsweg des Schalls.

Die Maßnahmen des aktiven Schallschutzes am Flughafen Leipzig/Halle umfassen:

Alle am Flughafen Leipzig/Halle verkehrenden Flugzeuge erfüllen in Bezug auf ihre maximal zulässige Lärmemission die EU-weit vorgegebene Mindestanforderungen. Demnach müssen sie die Lärmgrenzwerte nach Maßgabe des Kapitels 3, Anhang 16, der Richtlinien der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation (ICAO) einhalten.

Der Flughafen Leipzig/Halle macht die Start- und Landeentgelte von der jeweiligen Lärmzertifizierung des Flugzeugtyps abhängig. Danach bezahlen moderne Flugzeuge, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen, geringere Gebühren als ältere und somit auch lautere Maschinen. Den Fluggesellschaften wird somit ein Anreiz zum Einsatz lärmärmerer Luftfahrzeuge gegeben. Die lärmemissionsabhängige Staffelung der Entgelte ist ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen zur Reduktion des Fluglärms am Flughafen Leipzig/Halle.

Um die Lärmbelästigung im unmittelbaren Flughafennahbereich zu verringern, hat der Flughafen Leipzig/Halle Lärmschutzwände und einen Lärmschutzwall errichtet. Diese befinden sich unter anderem entlang der Ortschaft Freiroda sowie im Südbereich des Flughafens angrenzend an das Frachtvorfeld der DHL.

Diese Maßnahmen begrenzen die auftretenden Geräusche, die bei der Bodenabfertigung am Flughafen entstehen.

Starts und Landungen für den planmäßigen Passagierverkehr sind am Flughafen Leipzig/Halle seit dem Sommerflugplan 2008 in der Zeit von 23.30 Uhr bis 05.30 Uhr nicht mehr zulässig.

Ausbildungs- und Übungsflüge sind nur montags bis samstags von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr zulässig. Die Trainingsrunden sind so gelegt, dass Ortschaften in unmittelbarer Nähe des Flughafens möglichst nicht überflogen werden.

Flugverfahren (Flugrouten) werden gemäß § 32 Abs. 4c Luftverkehrsgesetz (LuftVG) in Verbindung mit § 27a Abs. 2 S. 1 der Luftverkehrsordnung (LuftVO) vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF), der Aufsichtsbehörde für Flugsicherungsorganisationen in Deutschland, durch Rechtsverordnung (Durchführungsverordnung zur LuftVO) festgesetzt.

Die Beteiligung der Fluglärmkommission und die Einbeziehung des Umweltbundesamtes stellt sicher, dass die Lärmschutzinteressen der örtlichen Betroffenen erfasst und ausreichend berücksichtigt werden können.

Die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) legt als zuständige Planungsträgerin für Flugverfahren dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) bei beabsichtigten Neueinführungen oder Änderungen von Flugverfahren jeweils eine prüffähige Planung vor.

Am Verfahren beteiligt sind auch die Fluglärmkommission nach § 32b LuftVG und das Umweltbundesamt, mit dem gemäß § 32 Abs. 4c LuftVG ein sogenanntes Benehmen erstellt werden muss. Im Rahmen des erforderlichen Rechtsetzungsverfahrens besteht die Verpflichtung, alle für die Entscheidung maßgeblichen Gesichtspunkte hinreichend zu ermitteln und abzuwägen.

Bereits bei der Planung von Flugverfahren berücksichtigt die DFS neben den Kriterien Sicherheit, Erfüllung der Kapazitätsanforderungen und Streckenlänge auch die Fluglärmbelastung. Die von der DFS erarbeiteten Varianten werden der örtlichen Fluglärmkommission vorgestellt und durch diese bewertet. Deren Beratungsergebnisse werden bei der abschließenden Abwägung berücksichtigt und zusammen mit einer Verfahrensempfehlung an das BAF eingereicht.

Das BAF prüft im Rahmen eines sorgfältigen Abwägungsprozesses, ob die vorgeschlagenen Planungsentwürfe der DFS ordnungsgemäß und gesetzeskonform sind und leitet sie parallel an das Umweltbundesamt zur Stellungnahme, um nachfolgend im Benehmen mit diesem Amt einen abschließenden Verordnungsvorschlag an das Bundesjustizministerium zur Rechtsförmlichkeitsprüfung weiterzureichen. Nach erfolgreicher Prüfung werden die Verfahren vom BAF als Rechtsverordnung festgelegt und mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft gesetzt.

Flugverläufe am Flughafen Leipzig/Halle

In der Praxis können Flugzeuge nicht immer präzise entlang den vorgegebenen An- und Abflugrouten fliegen. Ursachen dafür sind unter anderem Wind- bzw. Wetterlage oder die flugphysikalischen Eigenschaften der einzelnen Flugzeugmuster. Umgeben werden die Flugrouten von den sogenannten Flugerwartungsgebieten. Diese sind besonders nach dem Start meist nur wenige 100 m breit. Je weiter und höher das Flugzeug vom Flughafen entfernt ist, desto breiter werden diese. Ein Abweichen von einer Idealfluglinie stellt, sofern dies innerhalb des festgelegten Flugerwartungsgebietes geschieht, keine Ordnungswidrigkeit dar.

Der Sichtanflug von Flugzeugen ist nachts nicht gestattet.
Nur Flugzeuge, die über instrumentengeführte Navigationseinrichtungen verfügen, dürfen den Flughafen anfliegen. Die Flugzeuge müssen sich hierfür 20 km vor dem Airport auf der Grundanfluglinie befinden. Damit wird sichergestellt, dass das seitliche Anfliegen im Nahbereich des Flughafens unterbunden wird.

Zum Schutz vor dem Lärm von Triebwerksprobeläufen errichtete die Flughafen Leipzig/Halle GmbH eine Triebwerksprobelaufhalle. Diese kann von Flugzeugen bis zur Größe einer Antonow AN 124 bzw. eines Airbus A 380 genutzt werden.

Als passiven Schallschutz bezeichnet man bauliche Maßnahmen, die den Lärm am Ort seiner Einwirkung mindern.

Mit dem Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben „Ausbau des Verkehrsflughafens Leipzig/Halle, Start- und Landebahn Süd mit Vorfeld“ vom 04. November 2004 in der Fassung seiner Ergänzungen und Änderungen wurden Auflagen zu umfangreichen Schallschutzmaßnahmen erteilt, die den Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm zum Inhalt haben. Da die Errichtung eines Frachtdrehkreuzes mit Schwerpunkt auf nächtlichem Flugverkehr einen wesentlichen Inhalt der Planungen darstellt, wurde dem Schutz des Nachtschlafes eine besondere Bedeutung beigemessen.

Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH setzt diese Auflagen zum passiven Schallschutz im Rahmen des Schallschutzprogramms um.

Die Planfeststellungsbehörde, das Regierungspräsidium Leipzig (seit 01. August 2008 Landesdirektion Leipzig, seit 01. März 2012 Landesdirektion Sachsen), stützte sich bei der Auslegung der Nachtschutzkriterien insbesondere auf die Ergebnisse einer Studie des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.) aus dem Jahre 2004.

In dieser Studie wurden die Auswirkungen von nächtlichem Fluglärm auf den Schlaf Betroffener untersucht und eine diesbezügliche Dosis-Wirkungs-Beziehung abgeleitet.

Die Studie des DLR hat gezeigt, dass auch niedrige Pegel den Schlaf stören können. Die Dosis-Wirkungs-Beziehung berücksichtigt, dass die Fluglärmereignisse in einer Nacht von niedrigen bis zu hohen Einzelpegeln streuen und jeweils unterschiedlichen Einfluss auf die Aufwachwahrscheinlichkeit haben.

Unter Laborbedingungen treten auch ohne Fluglärm pro Nacht im Mittel etwa 24 Aufwachreaktionen auf und es erfolgen sogar über 52-mal spontane Schlaftiefenwechsel.

Von diesen normalen Abläufen beim nächtlichen Schlaf wird dagegen das erinnerbare Aufwachen unterschieden.

Das Regierungspräsidium Leipzig (seit 01. August 2008 Landesdirektion Leipzig, seit 01. März 2012 Landesdirektion Sachsen) hat nach eingehender Prüfung in seinem Planfeststellungsbeschluss festgelegt, dass durch den nächtlichen Fluglärm im Mittel weniger als eine zusätzliche Aufwachreaktion auftreten darf.

Dies bedeutet, dass pro Nacht im Mittel:

  • ein Drittel der Bevölkerung keinmal zusätzlich aufwacht,
  • ein weiteres Drittel einmal aufwacht,
  • ein Fünftel zweimal aufwacht und
  • weniger als 10 Prozent dreimal oder öfter aufwachen.
  • Mit sechs oder mehr zusätzlichen Aufwachreaktionen ist nicht zu rechnen.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Aufwachreaktionen nicht mit erinnerbarem Aufwachen gleichzusetzen sind, wird so ein sehr hoher Schutz gewährleistet.

Resultierend aus diesen Festlegungen wurde in der Region des Flughafens Leipzig/Halle ein Nachtschutzgebiet festgesetzt, das in seinen Ausmaßen eine Länge von ca. 45 km und eine Breite von max. 6 km aufweist. Innerhalb dieses Nachtschutzgebiets ist der Flughafen Leipzig/Halle verpflichtet, passive Schallschutzmaßnahmen durchzuführen. Mit einer Fläche von 256 Quadratkilometern ist es mehr als dreimal so groß wie die nach den Maßgaben des 2007 novellierten Fluglärmgesetzes festgesetzte Schutzzone.

Das Nachtschutzgebiet basiert auf einer Prognose des Verkehrs im Jahre 2020, welche von 120.000 Flugbewegungen pro Jahr ausgeht. Derzeit verzeichnet der Flughafen jährlich ca. 80.000 Starts und Landungen.

Karte Nachtschutzgebiet [PDF; 0,4 MB]

Gemäß den Bestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses vom 04. November 2004 erfolgen seit dem Frühjahr 2009 Überprüfungsberechnungen des Nachtschutzgebietes. Diese sind bis 2016 jährlich, dann alle drei Jahre, durchzuführen. Ziel der kontinuierlichen Überprüfung ist es zu ermitteln, ob sich zwischen dem prognostizierten und dem tatsächlichen Lärmaufkommen Differenzen ergeben. Ist dies der Fall, muss der passive Schallschutz angepasst werden.

Im Ergebnis der ersten turnusmäßigen Überprüfung wurde durch die Landesdirektion Leipzig (vormals Regierungspräsidium Leipzig, seit 1. März 2012 Landesdirektion Sachsen) 2009 das bis dato planfestgestellte Nachtschutzgebiet um ca. 44 km² erweitert. Dies war durch die im praktischen Betrieb überwiegende Nutzung der Start- und Landebahn Süd bedingt und führte dazu, dass sich die Zahl der Anspruchsberechtigten auf baulichen Schallschutz weiter erhöhte. Im Rahmen einer Meistbegünstigungsregelung wurde das Nachtschutzgebiet im nördlichen Teil des Flughafens nicht verkleinert.

Die Karte zum Nachtschutzgebiet steht hier zum Downloaden zur Verfügung:

Nachtschutzgebiet [PDF; 0,4 MB]

Unter Dimensionierung wird die Festlegung der baulichen Schallschutzmaßnahmen auf Grund von Berechnungen verstanden.

Die Dimensionierung der baulichen Schallschutzmaßnahmen erfolgt in den folgenden Arbeitsschritten:

  1. Bestimmung der erforderlichen Außen-Innen-Pegeldifferenz ΔLA-I für den konkreten Standort. Die Außen-Innen-Pegeldifferenz bemisst die zu erreichende Pegelreduzierung.
  2. Ableitung des erforderlichen Gesamtbauschalldämmmaßes der Außenbauteile. Das Gesamtbauschalldämmmaß bemisst die Schallschutzeigenschaften aller Bauteile.
  3. Bestimmung des vorhandenen Gesamtbauschalldämmmaßes der Außenbauteile und Vergleich mit dem erforderlichen Gesamtbauschalldämmmaß.
  4. Ableitung des konkreten baulichen Handlungsbedarfes.

Die Beschreibung des Vorgehens bei der Dimensionierung der baulichen Schallschutzmaßnahmen finden Sie hier zum Download:

Dimensionierung der baulichen Schallschutzmaßnahmen [PDF; 0,4 MB]

Lüfter

Um den Schallschutz in Schlafräumen innerhalb des Nachtschutzgebietes zu gewährleisten, müssen die Fenster geschlossen werden. Zur Sicherstellung ausreichender lufthygienischer Bedingungen werden in die Schlafräume schallgedämmte Lüfter eingebaut. Diese Lüfter saugen Außenluft an, filtern sie und gewähren somit die Frischluftzufuhr.

Schallschutzfenster und Rollladenkästen

In Gebieten mit höherer Fluglärmbelastung können sich im Ergebnis der Dimensionierung weitere bauliche Maßnahmen erforderlich machen.

Diese können den Einbau von Schallschutzscheiben oder Schallschutzfenstern, die Dämmung von Rollladenkästen sowie bauliche Schutzmaßnahmen an Dachaußenflächen sowie Außenwänden umfassen.

Bis zum Ende der Antragsfrist am 31. Dezember 2012 sind bei der Flughafen Leipzig/Halle GmbH (FLHG) mehr als 7100 Interessenbekundungen für passive Schallschutzmaßnahmen eingegangen. Diese wurden nach einer formalen Vorprüfung bezüglich der Lage innerhalb des Nachtschutzgebietes registriert. Den Antragstellern wurden Erläuterungen zum Ablauf des Verfahrens sowie weitere Antragsunterlagen (Datenblätter) übersandt.

Für mehr als 5.200 dieser Anträge wurden von den Antragstellern darauf hin alle notwendigen Nachweise erbracht und die Antragsunterlagen vollständig ausgefüllt. Mehr als 53 weitere Anträge wurden nach erfolgter Überprüfung auf Grund nicht nachweisbarer Eigentümerstellung oder aus sonstigen Gründen abgelehnt, zurückgezogen oder anderen bereits laufenden Antragsvorgängen zugeordnet. Derzeit verbleiben 1.863 Anträge, für die durch die Antragsteller die für die Bearbeitung des Antrags notwendigen Unterlagen (insbesondere Nachweis der Eigentümerstellung) noch nicht bei der FLHG eingereicht wurden. Für diese Vorgänge ist eine weitere Antragsbearbeitung erst nach Übersendung aller notwendigen Unterlagen möglich.

Die Anträge mit vollständigen und geprüften Antragsunterlagen betreffen insgesamt rund 17.586 Wohneinheiten. Davon wurden in mehr als 15.141 Wohneinheiten, etwa 86 Prozent, bereits alle notwendigen Schallschutzmaßnahmen realisiert. Aktuell befinden sich rund 822 Wohneinheiten, dies entspricht in etwa 5 Prozent, in der Bearbeitung. Für mehr als 1.500 weitere Wohneinheiten, und damit rund 9 Prozent, steht die Bestätigung der vorgesehenen Schallschutzmaßnahmen durch die Antragsteller (Rücksendung der unterzeichneten Vereinbarung) noch aus.

Für Rückfragen zur weiteren Abarbeitung Ihres Antrages stehen Ihnen die Mitarbeiter der Stabsstelle Lärm-/Umweltschutz des Leipzig/Halle Airports während der Bürozeiten oder per Mail zur Verfügung.

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Das Fluglärminformationstool TraVis (Track Visualisation) liefert zuverlässige Daten rund um den Flughafen Leipzig/Halle. 
Sowohl in einer Karten- als auch in der Satellitenansicht zeigt die Software neben den aktuellen auch die archivierten Flugspuren von An- und Abflügen

Das Besondere an TraVis: Mit dem Tool können die Lärmdaten sogar für einen selbst gewählten Standort – beispielsweise über dem eigenen Haus – bestimmt werden. Nach der Auswahl einer Messstation werden die Lärmdaten angezeigt.

Als ergänzende Information sind zu allen Flugbewegungen Flugplandaten, Steig- und Sinkprofile der Flugzeuge sowie Distanzanzeigen zum eigenen Standort verfügbar. Des Weiteren können für die einzelnen Lärmmessstellen die aktuellen Pegel-Diagramme abgerufen werden. Aus Flugsicherheitsgründen erscheinen die aktuellen Daten mit einer zehnminütigen Verzögerung. Daten aus der Vergangenheit sind im Archiv abrufbar.

Zur standortgenauen Anzeige kann auf der Internetseite die gewünschte Adresse eingegeben oder das Haussymbol aus der Kopfzeile an die gewünschte Stelle gezogen werden. Die Messstationen sind als farbige Punkte angezeigt. Bei einem Geräuschpegel unterhalb der individuellen, dem Umgebungsgeräusch angepassten Start- und Stoppschwelle wird der Messpunkt grün angezeigt, bei einem höheren Schallpegel färbt sich der Punkt gelb. Sobald der Pegel als Fluglärmereignis erkannt wird, färbt sich der Messpunkt rot. Ein grauer Messpunkt zeigt an, dass er zum Beispiel bei Gewitter oder starken Windböen eine Ausfallzeit aufzuweisen hat.

Zum Fluglärminformationstool TraVis

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Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH betreibt eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Fluglärmmessanlage. Diese besteht aus zehn modernen stationären Fluglärmmessstellen. Damit wird eine konstante Überwachung des Dauerschallpegels und der Maximalpegel (Einzelschallereignis) gewährleistet.

Die Messergebnisse der zehn Messstellen (chronologisch sortiert) können unter folgenden Links eingesehen und heruntergeladen werden.

Lage der Messstationen

Messstelle 1:Neue Straße 1 in 06184 Kabelsketal / OT Großkugel 
Messstelle 2:Thomas-Müntzer-Straße 55 in 06258 Schkopau / OT Raßnitz
Messstelle 3:Schulstraße 1 a in 06184 Kabelsketal / OT Gröbers
Messstelle 4:Stennewitzer Str. 27 in 06184 Kabelsketal / OT Naundorf
Messstelle 5:Zur Neuen Siedlung (Feuerwehr) in 06258 Schkopau / OT Döllnitz 
Messstelle 6:Milanstraße 4 c in 04435 Schkeuditz / OT Radefeld
Messstelle 7:Dorfstraße 17 in 04435 Schkeuditz  / OT Wolteritz
Messstelle 8:Haupstraße 11 in 04519 Rackwitz 
Messstelle 9:Birkengasse 10 in 04356 Leipzig / OT Hohenheida
Messstelle 10:Eschenbreite in 04435 Schkeuditz / OT Modelwitz
Messstelle 11:Torgauer Str. 50 in 04808 Wurzen

 

Erhebung und Auswertung der Daten:

Kontinuierlich wird an allen Messstellen jede Sekunde ein Messwert aufgezeichnet. Der so ermittelte Pegelzeitverlauf ermöglicht es, mit Hilfe standortspezifischer Parameter Fremdgeräusche wie beispielsweise Autolärm, Vögel oder Blätterrauschen auszufiltern.

In der Nacht werden die Messwerte bzw. Lärmereignisse vom Vortag in einen zentralen Rechner am Flughafen übertragen. Auf Basis von Radardaten der Deutschen Flugsicherung werden dort Flugbewegungen zugeordnet. Das heißt, jedes Fluglärmereignis wird mit der verursachenden Flugbewegung korreliert.

Unter Verwendung der Meteorologiedaten wird zudem geprüft, ob im Messzeitraum extreme Witterungsbedingungen (z. B. sehr hohe Windgeschwindigkeiten) vorherrschten. Sollte das der Fall sein, werden die unter diesen Bedingungen erhobenen Lärmereignisse automatisch gekennzeichnet und aus der Statistik entfernt.

Aus den Fluglärmereignissen und Korrelationen lassen sich die wichtigsten akustischen Kenndaten, z. B. der nach DIN 45643 festgelegte akustische Dauerschallpegel, für einen Monat berechnen.

Die Daten werden durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Referat Luftverkehr sowie durch die Lärmschutzkommission des Flughafens Leipzig/Halle kontrolliert.

Die Fluglärmmessanlage des Flughafens wird durch momentan drei mobile Fluglärmmessstellen ergänzt, welche den stationären Anlagen technisch gleichwertig sind. Auf Anfrage von Ortschaftsräten und Bürgerinitiativen können diese mobilen Messanlagen in Abstimmung mit der Fluglärmkommission in den jeweiligen Ortschaften aufgestellt werden. Somit ist eine jährliche Kontrolle der Schallschutzmaßnahmen sowie der Schutzgebiete durch die Fluglärmkommission und die zuständige Behörde gesichert.

Lärmmessberichte:

Aufwachreaktion bedeutet eine Dosis-Wirkungs-Beziehung von nächtlichem Fluglärm und der Auswirkung auf den Schlaf.

Bei der Beurteilung von Lärm werden verschiedene Komponenten in Betracht gezogen. Nicht nur die Intensität des Lärms, sondern auch seine Dauer und Häufigkeit sind wichtig. Die Spitzenpegel werden besonders berücksichtigt. Beim äquivalenten Dauerschallpegel (Leq) wird der über eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort gemessene Lärm auf ein vergleichbares Dauergeräusch umgerechnet. Der Leq wird in dB(A) ausgedrückt und ist ein weltweit anerkanntes Maß. Auch bei den im Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm festgelegten Werten handelt es sich um äquivalente Dauerschallpegel.

Der meist benutzte Wert ist der energieäquivalente Dauerschallpegel Leq(3). Die Zahl in Klammern (3) gibt den Verdoppelungsparameter an. Dies bedeutet, die doppelte Zahl gleichartiger Schallereignisse führt ebenso wie die gleiche Zahl doppelt so lauter Einzelschallereignisse zu einem Anstieg des Dauerschallpegels um 3 dB(A) (das "A" bedeutet, dass das Frequenzspektrum der Geräusche entsprechend der Empfindlichkeit des menschliches Ohrs korrigiert wurde).

Der Leq(3) berechnet sich aus der logarithmischen Summe der Schallereignispegel SEL (oder auch Lax genannt).

Der zehnte Teil eines Bel. Ein Bel ist definiert als der dekadische Logarithmus des Verhältnisses zweier gleichartiger Größen. Wird üblicherweise zur Messung des Schallpegels benutzt, wobei die aktuelle Schalleistung ins Verhältnis zu einer vereinbarten Bezugsschalleistung gesetzt wird. Abkürzung: dB.

LP = 10 * log(P / P0) in dB
P = Schalleistung
p0 = Bezugsschalleistung (Hörschwelle, 10-12 Watt)
Ein Dezibel entspricht ungefähr der kleinsten wahrnehmbaren Änderung der Lautstärke, die ein Mensch empfinden kann. Schallpegel werden international als A-Pegel angegeben - dB(A). Diesem A-Pegel liegt eine Frequenzbewertung zugrunde, die an die Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs angelehnt ist und somit auch den unterschiedlichen Klang von Geräuschen berücksichtigt. Die Messskala für dB(A) ist logarithmisch. Eine Erhöhung um 10 dB(A) entspricht etwa einer Verdoppelung der Lärmwahrnehmung.

Einwirkender Lärm, z. B. auf ein Wohngebiet, eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz.

Der Tag-Abend-Nacht-Lärmindex (Day-Evening-Night) LDEN in Dezibel (dB)

LDay ist der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel gemäß ISO 1996-2: 1987, wobei der Beurteilungszeitraum ein Jahr beträgt und die Bestimmungen an allen Kalendertagen am Tage erfolgen.

LEvening ist der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel gemäß ISO 1996-2: 1987, wobei der Beurteilungszeitraum ein Jahr beträgt und die Bestimmungen an allen Kalendertagen am Abend erfolgen.

LNight ist der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegelgemäß ISO 1996-2: 1987, wobei der Beurteilungszeitraum ein Jahr beträgt und die Bestimmungen an allen Kalendertagen in der Nacht erfolgen.

Für die Lärmindizes gilt:

Als "Tag" gilt ein Zeitraum von 12 Stunden, der um 6 Uhr beginnt, als "Abend" gilt ein Zeitraum von 4 Stunden, der um 18 Uhr beginnt, als "Nacht" gilt ein Zeitraum von 8 Stunden der um 22 Uhr beginnt.

Ein Jahr ist das für die Schallemission ausschlaggebende und ein hinsichtlich der Witterungsbedingungen durchschnittliches Kalenderjahr.

Mit objektiven Messverfahren allein ist nur Lautstärke, nicht aber Lärm zu erfassen. Bei der Messung von Schall wird jedoch die Eigenart der Wahrnehmung durch das menschliche Gehör berücksichtigt. Um dem Lautstärkeempfinden näherungsweise gerecht zu werden, wurde für akustische Messungen ein logarithmischer Maßstab gewählt. Die Maßeinheit ist das Dezibel, abgekürzt dB. Der Hörschwelle ist der Wert Null dB zugeordnet, der zehnfach stärkeren Schallintensität der Wert 10 dB, der hundertfachen 20 dB usw. Denn: Eine Verzehnfachung der Schallintensität empfindet das Gehör als Verdoppelung der Lautstärke.

Die Schmerzgrenze liegt bei etwa 130 dB. Da das Gehör zudem unterschiedlich empfindlich gegen hohe und tiefe Töne ist, wird in die Messgeräte zusätzlich ein genormter A-Filter eingeschaltet. Die Maßeinheit wird dementsprechend dB(A) genannt.

Das physikalische Attribut der Stärke eines Schalls. Wird meist als Schallpegel in Dezibel angegeben, mitunter auch als Schallintensität.

Maximaler Wert eines Schallereignisses, auch Spitzenpegel genannt. Der Maximalpegel und die Länge eines Fluglärmereignisses gehen in die Berechnung des Schallereignispegels (SEL) ein, und der SEL in die Berechnung des Dauerschallpegels Leq(3).

Die Größe des Schalldrucks einer Quelle X im Verhältnis zum Bezugsschalldruck p0. L = 20 log (px/p0). Wird in Dezibel (dB) angegeben, oft mit Frequenzbewertung [z.B. dB(A)].

(auch LAE) Mit dem LAeq eng verwandter Parameter, mit dem einzelne Ereignisse erfasst werden (z.B. Fluglärm-Überflüge, Vorbeifahrten). Dabei wird die Schallenergie auf eine Zeitdauer von 1 sec normiert. Nach DIN 45643 [5] wird der LAX aus dem Maximalpegel und der so genannten t10- Zeit folgendermaßen berechnet:

LAX = LASmax + 10 log (t10/tref) – 3 dB
(tref = 1 Sekunde)

Unter der Ereignisdauer t10 (t10-Zeit) eines Flugereignisses wird die Zeit verstanden, in der der sekündliche Schallpegel größer als –10 dB des Maximalwertes ist (t10-Zeit).

Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls. Sie ist vom Medium und dessen Temperatur abhängig. Bei Normaltemperatur beträgt sie etwa 340 m/s.

Maximal erreichter Schallpegel in einem diskontinuierlichen Geräusch, auch Maximalpegel genannt.

Um schwankende Schallpegel auf den früher üblichen Zeigerinstrumenten verfolgen zu können, wurden verschiedene Zeitkonstanten eingeführt: Fast, Slow, Impulse. In den Normen wird in der Regel vorgeschrieben, welche Z. anzuwenden ist.

Kurze Schallimpulse werden oftmals als wesentlich störender empfunden, als längere Schallereignisse. Deshalb wird bei Geräuschmessungen die Dauer der einzelnen Schallimpulse durch eine Zeitbewertung berücksichtigt. Bei der Fluglärmmessung wird die Zeitbewertung SLOW verwendet.

Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe für den Flughafen Leipzig/Halle

Für Verkehrsflughäfen wird nach § 32b des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) eine Kommission gebildet, welche die Genehmigungsbehörde des Flughafens sowie das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und die zuständige Flugsicherungsorganisation über Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge berät.

Die Fluglärmkommission am Flughafen Leipzig/Halle ist ein Gremium, dem zurzeit 21 Mitglieder angehören. Die Mitglieder der Kommission werden von der Genehmigungsbehörde, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, berufen.
Die Kommission trifft sich regelmäßig im März und November jeden Jahres, bei Bedarf auch öfter.
Die Kommission ist über alle anstehenden Maßnahmen zum Lärmschutz zu unterrichten. Sie kann selbst Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm vorschlagen. Diese Vorschläge besitzen keinen verpflichtenden, sondern empfehlenden Charakter. Halten die Genehmigungsbehörde, das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung oder die Flugsicherungsorganisation die vorgeschlagenen Maßnahmen für nicht geeignet oder für nicht durchführbar, so müssen sie dies der Kommission unter Angabe der Gründe mitteilen.

Weitere Informationen zur Fluglärmkommission finden Sie auf der Internetseite des Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Die deutschen Fluggesellschaften, Flughäfen und die Deutsche Flugsicherung haben gemeinsam ein Internetportal entwickelt, um das Informationsangebot zum Thema Fluglärm im Netz zu verbessern.