Geschichte des Flug‌ha‌fens Dres‌den

Der Flughafen Dresden existiert seit dem 11. Juli 1935. Seitdem hat sich der Airport stark verändert und weiterentwickelt. Die wichtigsten historischen Ereignisse und Zeitabschnitte des Flughafens finden Sie hier im Überblick.

Früheres Terminal 1 (Hansahaus) des Flughafens Dresden im Jahr 1997
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1935

Nachdem bereits in den 1920er-Jahren auf kleineren Flugplätzen Luftverkehr in der Region gab, eröffnet am 11. Juli der neu errichtete Flughafen Dresden. Ausschlaggebend für den Neubau war die Wiederaufrüstung Deutschlands nach 1933, in deren Zuge die Reichsbehörden den Neubau eines Militär- und Verkehrsflughafens in der Region vorantrieben.

1936

An der ebenfalls neugebauten Luftkriegsschule beginnt die Luftwaffe mit der Ausbildung von Piloten und Offizieren.

1937

Im gesamten Jahr heben 7913 Passagiere in Dresden ab – der Höchstwert vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Zu den wichtigsten Verbindungen zählen die Strecken von Berlin nach Prag und Wien, die die Fluggesellschaften jeweils mit einem Zwischenstopp in Dresden anfliegen.

1940

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs findet der zivile Luftverkehr im Frühjahr sein vorläufiges Ende. Bis Kriegsende nutzt die Luftwaffe den Flughafen Dresden als Fliegerhorst für Ausbildungs- und Einsatzverbände.

1945

Am letzten Tag des Zweiten Weltkriegs besetzen sowjetische Truppen Fliegerhorst und Luftkriegsschule. Anschließend nutzt die Sowjetunion die Anlagen ebenfalls für die Piloten-Ausbildung.

1950

Mit Beginn der 1950er-Jahre plant die DDR den Aufbau eines eigenen Verkehrsflugzeugbaus, als Standort für die Produktion kristallisiert sich schnell Dresden-Klotzsche heraus.

1955

Nach langen Verhandlungen mit der Sowjetunion beginnt der Umbau des Flughafens und damit eines der größten Investitionsvorhaben in der Geschichte der DDR: Auf dem Gelände von Flugplatz und Luftkriegsschule entstehen eine 2500 Meter lange und 80 Meter breite Start- und Landebahn sowie zwei große Montagehallen.

1956

Der VEB Flugzeugwerke nimmt die Produktion auf. Bis 1959 fertigen die Monteure 80 Passagierflugzeuge vom Typ Il-14P.

1957

Mit der Landung des ersten Linienflugzeuges der Deutschen Lufthansa (DDR) kehrt am 16. Juni der zivile Luftverkehr nach Dresden zurück. Da die Gebäude am Flugplatz nunmehr den Flugzeugwerken gehören, fertigen Mitarbeiter das Gepäck in der Dresdner Innenstadt ab.

1958

Am 4. Dezember gelingt mit der in Dresden entwickelt und gebauten „152“ der Jungfernflug des ersten deutschen Verkehrsjets. Beim zweiten Flug ein Jahr später stürzt der Prototyp ab, die Besatzung kommt ums Leben.

1959

Erstmals nach Wiederaufnahme des Luftverkehrs landet am 22. Mai ein internationales Verkehrsflugzeug am Flughafen Dresden: eine Chartermaschine der ungarischen Malév bringt Touristen aus Budapest nach Sachsen.

1962

Der Flugzeugbau der DDR findet sein Ende, die Nationale Volksarmee übernimmt den Flugplatz. Aus dem Flugzeugwerk wird die Flugzeugwerft Dresden, die sich mit der Instandsetzung militärischer Flugzeuge beschäftigt. Die Lufthansa (DDR), später die Interflug, führt den Inlandsflugverkehr mit einer Abfertigung am Flughafen weiter, das Passagieraufkommen beläuft sich auf rund 54.000 Fluggäste im gesamten Jahr.

1963

Erstmals stationiert die Nationale Volksarmee ein Transportflugzeug in Dresden. Neben der zivilen Nutzung wird der Airport damit erneut zum Militärflughafen.

1967

Am 3. Mai geht mit dem Ziel Budapest die erste internationale Flugverbindung an den Start, die sich in den folgenden Jahrzehnten zum erfolgreichsten Angebot am Flughafen Dresden entwickelt.

1970

Interflug weitet das Flugangebot aus. Während der Inlandsflugverkehr an Bedeutung verliert, wird der internationale Flugverkehr immer wichtiger. Ender der 1970er-Jahre konnten Passagiere ab Dresden in zahlreiche Städte im Ausland fliegen, darunter Budapest, Moskau, Leningrad, Sofia sowie zu Urlaubszielen wie Varna, Burgas und Tatry.

1985

Immer mehr Fluggäste starten ab Dresden, der Flughafen steht mit 390.000 abgefertigten Passagieren am Rande seiner Abfertigungskapazität.

1988

Der Flughafen wird für Umbauarbeiten und Erweiterungen weitgehend geschlossen.

1989

Nach vollendeter Rekonstruktion nimmt Interflug am 31. Oktober den Linienverkehr in Dresden wieder auf. Nach dem Fall der Berliner Mauer bietet die Fluggesellschaft noch im Dezember mit dem Ziel Hamburg eine erste Verbindung nach Westdeutschland an.

1992

Mit der Wende und der gewonnen Reisefreiheit für die DDR-Bürger nimmt der Flugverkehr in Dresden rasant zu. Registrierte der Flughafen 1990 noch 203.541 Passagiere, sind es 1992 bereit mehr als eine Million Fluggäste, die unter anderem zum Urlaub ans Mittelmeer fliegen.

1995

Um mit den Passagierzahlen mitzuhalten, wächst der Flughafen: Ein neues Erweiterungsgebäude entsteht aus einer benachbarten Halle der Luftfahrtindustrie, die Kapazität des Flughafens wächst damit auf 2,4 Millionen Passagiere pro Jahr.

1998

In der umgebauten „Halle 224“ nimmt die Betriebszentrale ihre Arbeit auf. Am 8. September erfolgt die Grundsteinlegung für den größten Ausbau des Flughafen Dresden seit den 1950er-Jahren, bei der aus der früheren Montagehalle 219 das heutige Terminalgebäude entsteht.

2001

Im März eröffnet das neue Abfertigungsgebäude, das aufgrund seiner Industriearchitektur als eines der schönsten Terminals Deutschlands gilt. Gleichzeitig gehen der unterirdische S-Bahnhof „Dresden Flughafen“, ein Parkhaus sowie die neue Vorfeldfläche in Betrieb.

2003

Die Modernisierung des Airports schreitet mit dem Bau einer neuen Feuerwache voran. In den Folgejahren bekommt der Flughafen Dresden unter anderem einen neuen Tower, eine neue Kleinflugzeughalle sowie ein Logistikzentrum mit Lagerhallen für DB Schenker.

2006

Als erster Flughafen Europas saniert der Airport Dresden seine Start- und Landebahn bei laufendem Betrieb. Die Bahn wird dabei um 350 Meter auf 2850 Meter verlängert.

2008

Der Flughafen bekommt einen neuen offiziellen Namen. Ab sofort firmiert der Airport der sächsischen Landeshauptstadt unter der Marke „Dresden International“, um die weltweite touristische Vermarktung des Freistaates noch stärker zu unterstützen.

2010

Der Erweiterungsbau des Parkhauses geht in Betrieb. Statt 1300 können nun 2900 Autos am Flughafen Dresden parken.

2015

Am 19. Und 20. September feiert der Flughafen sein 80-jähriges Bestehen mit mehr als 10.000 Gästen.

Heute

Dresden ist ein bedeutender Standort der deutschen Luftfahrt. Im und am Flughafen arbeiten weit mehr als 4000 Menschen, viele von ihnen in der traditionsreichen Luftfahrtindustrie, die in Dresden unter anderem Passagierflugzeuge von Airbus in Frachtmaschinen umbaut. Mit Direktverbindungen zu Metropolen und internationalen Drehkreuzen bindet der Flughafen Dresden die Region an das weltweite Luftverkehrsnetz an.